Fasching in Stuttgart
Wenn der Hund zur Faschings-Figur wird
Wir, die Tierarzt Praxis am Wormser Platz in Stuttgart, raten davon ab. Auch in Stuttgart beginnt diese Woche der Fasching:
Möpse gehen als Elfe, Dackel als Hot-Dogs und Chiuauas als Piraten: Zum Höhepunkt der Karnevalssaison bis Aschermittwoch (5. März) wird es nicht nur für Menschen närrisch bunt. Faschingskostüme für Vierbeiner werden immer beliebter. Auch wenn es niedlich aussieht: Hunde oder Katzen sollte man auf keinen Fall in Kostüme stecken.
Verkleidungen sind für viele Kinder und Erwachsene ein Riesenspaß, doch für Tiere sind sie unnötiger Stress. Besonders kritisch sind die Postings von verkleideten Tieren auf Social-Media-Plattformen wie Instagram. Da trippeln Möpse mit gestreiften Pullis und Piratensäbel durch den Flur, ein Husky läuft mit leuchtenden Elfenflügeln herum oder eine französische Bulldogge posiert im Frosch-Outfit. Leider werden durch solche Filme und Bilder viele Menschen animiert, es mit ihren Tieren nachzumachen, weil es lustig aussieht. Doch so eine Vermenschlichung ist nicht tiergerecht.
Umhänge und Verkleidungen jeglicher Art können Hunde und Katzen in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken. Dadurch steigt das Verletzungsrisiko und die Körpersprache der Hunde wird erschwert. Sie vermitteln ihre Empfindungen und Gemütsbewegungen durch die Stellung der Ohren, den Schwanz, ihre Körperhaltung und Augen. Werden diese durch Kostüme verdeckt, kann sich der Vierbeiner nicht mehr artgerecht mitteilen. Auch Herrchen und Frauchen könnten dann nicht mehr erkennen, ob ihr Tier vielleicht gerade Angst hat oder gestresst ist.
Zudem wirken wehende Schleifchen, falsche Riesenohren und zusätzliche Gliedmaßen aus Plüsch auf die Tiere verstörend. An vielen Kostümen seien auch Kleinteile wie Pailletten, die von Haustieren leicht verschluckt werden können. Tatsächlich können Verkleidungen auch gesundheitsschädlich für die Hunde sein. Hundebekleidung kann Hautprobleme verursachen, wenn die Materialien an der Haut reiben. Häufig sind die Verkleidungen aus billigen Kunststoffen, die allergische Reaktionen auslösen können.
Umzüge sind auch der falsche Ort für Tiere
Auch Karnevalsumzüge sollte Tieren nicht zugemutet werden. Allein die laute Geräuschkulisse ist für das hochempfindliche Gehör der Hunde eine große Belastung. In der Menge werden Vierbeiner schnell zur Seite gedrängt und manchmal unabsichtlich getreten. Die Tiere können dieser Stresssituation nicht entkommen und es kann dann sogar passieren, dass sie aus Panik zuschnappen. Auch Bonbons oder Schokolade, die während der Umzüge auf dem Boden landen, sind für gierige Hunde ein Problem: Süßigkeiten können je nach Inhaltsstoffen und Menge gefährliche Vergiftungen verursachen. Wo es richtig närrisch wird, sollten Hunde einfach entspannt zuhause bleiben. Ohne Elfenflügel.