Tauziehen statt Training: Was Hunde und Halter wirklich näher zusammenbringt Tierarzt Stuttgart: Gemeinsames Spielen kann die Mensch-Hund-Beziehung stärken

Tauziehen statt Training: Was Hunde und Halter wirklich näher zusammenbringt

Tierarzt Stuttgart: Gemeinsames Spielen kann die Mensch-Hund-Beziehung stärken

Futter, Wasser, Spaziergänge und eine gute medizinische Versorgung gehören zu den wichtigsten Grundlagen für ein gesundes Hundeleben. Doch für eine enge Beziehung zwischen Hund und Halter braucht es offenbar noch mehr: gemeinsame Zeit, soziale Interaktion und vor allem gemeinsames Spielen.

Eine wissenschaftliche Untersuchung der Universität Linköping zeigt, dass bereits wenige zusätzliche Minuten Spielzeit pro Tag die emotionale Beziehung zwischen Mensch und Hund verbessern können. Interessant dabei: Verstärktes Training mit Leckerlis führte in der Untersuchung dagegen nicht zu einer vergleichbaren Veränderung der Bindung.

Für Hundehalter in Stuttgart und Umgebung ist das eine gute Nachricht: Die Beziehung zum eigenen Hund lässt sich offenbar mit einfachen Mitteln im Alltag fördern – und dafür braucht es weder besonders viel Zeit noch aufwendiges Training.

Spielen stärkt die Bindung zwischen Hund und Mensch

Dass gemeinsames Spielen die Beziehung zum Hund fördern kann, wird in vielen Erziehungs- und Hunderatgebern empfohlen. Die Studie, veröffentlicht im Fachjournal „Royal Society Open Science“, liefert nun wissenschaftliche Hinweise darauf, dass tatsächlich ein Zusammenhang besteht.

Hauptautorin Lina Roth von der Universität Linköping erklärt, dass sich die von den Haltern wahrgenommene emotionale Bindung bereits innerhalb von vier Wochen verbessern konnte. Entscheidend sei dabei nicht die Länge der Spieleinheiten, sondern dass der Hund tatsächlich Freude an der gemeinsamen Aktivität habe.

Ein paar Minuten gemeinsames Spiel im Alltag können daher bereits einen Unterschied machen.

Welche Spiele eignen sich für Hunde?

Nicht jede Beschäftigung ist automatisch ein gemeinsames Spiel. Nach Angaben der Forschenden kommt es vor allem auf die soziale Interaktion zwischen Hund und Mensch an.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Tauziehen mit einem geeigneten Spielzeug
  • gemeinsames Herumtollen
  • gegenseitiges Jagen
  • Versteckspiele
  • spielerisches Balgen
  • kurze Apportier- und Bewegungsspiele
  • gemeinsames Entdecken und Interagieren

Einfach nur einen Ball zu werfen, ist demnach nicht unbedingt dasselbe wie ein soziales Spiel. Besonders wertvoll kann es sein, wenn Halter und Hund aktiv miteinander interagieren.

Tauziehen statt Training mit Leckerlis?

Für die Untersuchung wurden mehr als 400 Mensch-Hund-Paare betrachtet. Die erwachsenen Hunde und ihre Halter wurden in drei Gruppen eingeteilt.

Eine Gruppe sollte über einen Zeitraum von vier Wochen mehr spielen als bisher. Eine zweite Gruppe intensivierte das Training und setzte dabei auf Belohnungen in Form von Leckerlis. Die dritte Gruppe veränderte ihren bisherigen Umgang mit dem Hund nicht und diente als Kontrollgruppe.

Vor und nach dem vierwöchigen Zeitraum beantworteten die Halter Fragebögen zu ihrer Beziehung zu ihrem Hund.

Das Ergebnis: In der Spielgruppe verbesserte sich die von den Besitzern wahrgenommene emotionale Bindung. In der Trainings- und Kontrollgruppe zeigte sich dagegen keine vergleichbare Veränderung.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Hundetraining unwichtig wäre. Training bleibt ein wesentlicher Bestandteil einer guten Erziehung und kann beispielsweise dabei helfen, Kommunikation, Alltagssicherheit und Verhalten zu verbessern. Die Studie deutet vielmehr darauf hin, dass Training und Beziehungspflege nicht dasselbe sind.

Warum gemeinsames Spielen besonders wichtig sein kann

Hunde unterscheiden sich von vielen anderen Tierarten durch ihre ausgeprägte Bereitschaft, mit Menschen zu spielen. Auch erwachsene Hunde können Freude an gemeinsamen Spielen zeigen.

Die Forschenden vermuten, dass diese lebenslange Spielfreude mit der Domestikation des Hundes zusammenhängt. Gemeinsames Spielen könnte demnach eine Rolle bei der Entwicklung und Festigung der emotionalen Beziehung zwischen Mensch und Hund spielen.

Gerade bei erwachsenen Hunden kann das interessant sein. Hunde wechseln heute nicht selten auch im späteren Leben ihr Zuhause. Besonders bei Hunden aus dem Tierschutz kann die gemeinsame Beziehung deshalb neu aufgebaut werden müssen.

Spielen kann dabei eine niedrigschwellige Möglichkeit sein, Vertrauen und Nähe zu fördern.

Hund aus dem Tierschutz: Beziehung braucht Zeit

Wer einen erwachsenen Hund aus dem Tierschutz übernimmt, sollte nicht erwarten, dass sofort eine enge Bindung entsteht. Neue Umgebung, unbekannte Menschen und möglicherweise belastende Erfahrungen aus der Vergangenheit können dazu führen, dass ein Hund zunächst vorsichtig oder zurückhaltend reagiert.

Gemeinsames Spielen kann hier ein Bestandteil des Beziehungsaufbaus sein – vorausgesetzt, der Hund fühlt sich dabei wohl.

Wichtig ist deshalb, die Signale des eigenen Hundes zu beobachten. Nicht jeder Hund möchte Tauziehen, Ballspiele oder körperliches Rangeln. Manche Tiere bevorzugen Suchspiele, andere erkunden lieber gemeinsam die Umgebung oder beschäftigen sich mit einem Spielzeug.

Das beste Spiel ist immer das, bei dem Hund und Mensch gemeinsam Freude haben.

Was Hundehalter in Stuttgart beachten sollten

Auch im Alltag in Stuttgart lässt sich gemeinsame Spielzeit unkompliziert integrieren. Ein paar Minuten im Wohnzimmer, im eigenen Garten oder bei einem geeigneten Spaziergang können ausreichen.

Dabei sollten Hundehalter auf die individuellen Bedürfnisse ihres Tieres achten. Alter, Gesundheitszustand, Temperament und körperliche Belastbarkeit spielen eine wichtige Rolle.

Gerade bei älteren Hunden oder Tieren mit bestehenden gesundheitlichen Problemen sollte die Auswahl des Spiels entsprechend angepasst werden. Intensive Sprünge, abruptes Abbremsen oder wildes Rangeln sind nicht für jeden Hund geeignet.

Wer unsicher ist, ob ein bestimmtes Verhalten, eine Bewegung oder eine Belastung für den eigenen Hund geeignet ist, kann dies bei einem Tierarzt in Stuttgart individuell abklären lassen.

Die Studie hat auch Grenzen

Die Ergebnisse sollten dennoch nicht überinterpretiert werden. Die Forschenden weisen selbst darauf hin, dass die Untersuchung vor allem erfasst, wie die Besitzer die Beziehung zu ihrem Hund wahrnehmen.

Direkte Aussagen darüber, wie die Hunde selbst ihre emotionale Bindung erleben, lassen sich daraus nur eingeschränkt ableiten.

Allerdings berichteten die Halter der Spielgruppe nicht nur von einer stärkeren Beziehung. Sie hatten auch den Eindruck, dass ihre Hunde eine positivere Einstellung ihnen gegenüber entwickelten und häufiger selbst zum Spielen aufforderten.

Frühere Untersuchungen weisen zudem darauf hin, dass Hunde von Spiel und gemeinsamer Zeit mit ihren Menschen profitieren können.

Fazit: Gemeinsame Zeit ist wichtiger als perfektes Training

Eine enge Mensch-Hund-Beziehung entsteht nicht allein durch Futter, Spaziergänge oder Gehorsamkeitstraining. Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass gemeinsames, positives Spiel eine wichtige Rolle für die emotionale Nähe zwischen Hund und Halter spielen kann.

Dabei muss es nicht kompliziert sein. Schon wenige Minuten Tauziehen, Verstecken, Herumtollen oder ein anderes Spiel, das der Hund gerne mag, können wertvolle gemeinsame Zeit schaffen.

Für Hundehalter gilt deshalb: Nicht immer muss die nächste Trainingseinheit im Mittelpunkt stehen. Manchmal ist es für die Beziehung zum Vierbeiner sinnvoller, einfach das Lieblingsspielzeug zu nehmen und gemeinsam zu spielen.

Und wenn Fragen zur Gesundheit, Belastbarkeit oder zum Verhalten des eigenen Hundes auftreten, steht ein Tierarzt Stuttgart für eine individuelle tiermedizinische Einschätzung zur Verfügung.

Weiterführende Links:

Spielen stärkt Hunde-Mensch-Bindung mehr als Training | stuttgarter-zeitung.de

oder lesen Sie hier weiter:

Warum die meisten Hunde dunkle Augen haben (tierarztstuttgart.de)

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