
Tierarzt Stuttgart informiert: Hat Ihr Hund eine Lieblingspfote? Neue Studie überrascht Hundefreunde
Was die Wissenschaft jetzt herausgefunden hat
Viele Hundehalter beobachten im Alltag, dass ihr Vierbeiner scheinbar immer dieselbe Pfote benutzt – sei es beim Pfötchengeben, beim Spielen oder beim Greifen nach einem Leckerli. Doch bedeutet das automatisch, dass Hunde Rechts- oder Links-Pfötler sind? Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen: So einfach ist die Antwort nicht.
Als Tierarzt in Stuttgart beobachten wir täglich, wie individuell Hunde in ihrem Verhalten sind. Die aktuelle Forschung liefert spannende Hinweise darauf, wie eng die Pfotenpräferenz mit der Gehirnfunktion und sogar der Persönlichkeit eines Hundes verbunden sein könnte.
Haben Hunde eine dominante Pfote?
Beim Menschen sind rund 90 Prozent Rechtshänder. Lange wurde angenommen, dass auch Hunde eine eindeutige Lieblingspfote besitzen. Eine neue Studie der Universität Bari widerlegt jedoch diese vereinfachte Annahme.
Die Forschenden untersuchten 43 Hunde verschiedener Rassen und stellten fest, dass die bevorzugte Pfote stark von der jeweiligen Aufgabe abhängt. Ein Hund kann beispielsweise beim Spielen überwiegend die rechte Pfote einsetzen, beim Laufen oder Treppensteigen jedoch die linke.
Das bedeutet: Eine einzelne Beobachtung reicht nicht aus, um sicher festzustellen, ob ein Hund tatsächlich eine dominante Pfote besitzt.
Der “Doginburgh Inventory” – Vier Tests für die Pfotenpräferenz
Um die Lateralität bei Hunden genauer zu untersuchen, entwickelten die Wissenschaftler den sogenannten “Doginburgh Inventory”, angelehnt an den bekannten Händigkeitstest für Menschen.
Dabei wurden vier unterschiedliche Alltagssituationen untersucht:
- Stabilisieren eines mit Futter gefüllten Kong-Spielzeugs
- Herausholen eines Leckerlis unter einem Möbelstück
- Der erste Schritt beim Hinunterlaufen einer Treppe
- Der erste Schritt beim Überqueren einer Bordsteinkante
Die Tests fanden sowohl im häuslichen Umfeld als auch im Labor statt, um möglichst natürliche Verhaltensweisen zu erfassen.
Die Ergebnisse überraschen
Die Auswertung zeigte ein deutlich differenzierteres Bild als bisher angenommen.
- Rund 33 Prozent der Hunde bevorzugten konsequent eine Pfote.
- Etwa 21 Prozent nutzten beide Pfoten gleichermaßen.
- Knapp 47 Prozent wechselten ihre bevorzugte Pfote je nach Situation.
Besonders auffällig war, dass futterbezogene Aufgaben eine stärkere Pfotenpräferenz hervorriefen als normale Bewegungsabläufe wie Gehen oder Treppensteigen.
Was verrät die Pfotenpräferenz über Ihren Hund?
Die Forschung beschäftigt sich nicht nur mit der Motorik. Frühere Studien zeigen interessante Zusammenhänge zwischen der sogenannten Lateralität und bestimmten Verhaltensmerkmalen.
Beispielsweise deuten wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass:
- linkspfotige Hunde durchschnittlich vorsichtiger und ängstlicher reagieren können,
- rechtspfotige Arbeitshunde häufiger selbstbewusstes Verhalten zeigen,
- Hunde ohne klare Pfotenpräferenz teilweise empfindlicher auf Stresssituationen wie Gewitter reagieren.
Wichtig ist jedoch: Diese Zusammenhänge beschreiben statistische Tendenzen und erlauben keine Aussagen über den einzelnen Hund. Charakter, Erziehung, Erfahrungen und Genetik spielen weiterhin eine entscheidende Rolle.
Warum einfache Alltagstests oft täuschen
Viele Hundehalter testen die Lieblingspfote ihres Hundes, indem sie ihn mehrmals Pfötchen geben lassen. Nach den aktuellen Forschungsergebnissen reicht dieser Test jedoch nicht aus.
Die Wissenschaft zeigt deutlich, dass die Pfotenwahl situationsabhängig ist. Erst mehrere standardisierte Aufgaben ermöglichen eine verlässliche Einschätzung der individuellen Lateralität.
Was bedeutet das für Hundehalter?
Für den Alltag hat die Erkenntnis vor allem einen praktischen Nutzen: Hunde sind komplexe Individuen. Kleine Verhaltensunterschiede sollten nicht überbewertet werden, können aber spannende Hinweise auf die Persönlichkeit und die Art der Informationsverarbeitung liefern.
Wer Veränderungen im Bewegungsablauf bemerkt oder feststellt, dass der Hund plötzlich eine Pfote schont, sollte dies jedoch nicht mit einer normalen Pfotenpräferenz verwechseln. Schmerzen, Gelenkerkrankungen oder neurologische Probleme können ähnliche Auffälligkeiten verursachen.
Tierarzt Stuttgart: Bei Veränderungen frühzeitig untersuchen lassen
Wenn Ihr Hund plötzlich humpelt, eine Pfote dauerhaft entlastet oder sein Gangbild verändert, empfiehlt sich eine tierärztliche Untersuchung. Gerade orthopädische oder neurologische Erkrankungen lassen sich bei frühzeitiger Diagnose oft deutlich besser behandeln.
Als Tierarzt in Stuttgart unterstützen wir Sie dabei, Auffälligkeiten im Bewegungsapparat Ihres Hundes frühzeitig zu erkennen und individuell abzuklären. So lässt sich unterscheiden, ob es sich lediglich um eine natürliche Verhaltensbesonderheit oder um ein gesundheitliches Problem handelt.
Fazit
Die aktuelle Forschung zeigt, dass Hunde nicht einfach als Rechts- oder Links-Pfötler eingestuft werden können. Vielmehr hängt die bevorzugte Pfote von der jeweiligen Situation und Aufgabe ab. Die sogenannte Lateralität liefert dennoch spannende Einblicke in die Funktionsweise des Hundegehirns und könnte künftig helfen, Verhalten, Stressverarbeitung und Gesundheit noch besser zu verstehen.
Für Hundehalter gilt: Beobachten Sie Ihren Vierbeiner aufmerksam – und lassen Sie Veränderungen im Bewegungsablauf oder anhaltendes Humpeln immer tierärztlich abklären. Ihr Tierarzt in Stuttgart steht Ihnen dabei mit moderner Diagnostik und individueller Beratung zur Seite.
Weiterführende Links:
Pfotenabdruck Hund: 5 Methoden zum Selbermachen | Dog Bakery (dog-bakery.de)
oder lesen Sie hier weiter:
Sommerhitze bei Haustieren: So schützen Sie Hund, Katze (tierarztstuttgart.de)
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