Warum wir Hunde oft falsch verstehen
Warum wir Hunde oft falsch verstehen – neue Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung
Wissenswertes vom Tierarzt Dr. Andrianaly in Stuttgart
Viele Hundehalterinnen und Hundehalter glauben, die Gefühle und Signale ihres Hundes gut zu verstehen. In der tierärztlichen Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass Hundeverhalten häufig fehlinterpretiert wird. Aktuelle Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung bestätigen: Menschen orientieren sich oft am Kontext einer Situation – und übersehen dabei wichtige Körpersignale ihres Hundes.
Als Tierarzt in Stuttgart mit täglicher Erfahrung in der Verhaltensberatung sehen wir regelmäßig, dass Missverständnisse zwischen Mensch und Hund zu Stress, Angst oder sogar gesundheitlichen Problemen führen können.
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Studie zeigt typische Fehlinterpretationen beim Hund
In einer aktuellen US-amerikanischen Studie wurden Hunde in unterschiedlichen Situationen gefilmt – etwa beim Anblick eines Leckerlis oder bei lauten Geräuschen. Diese Videos wurden anschließend in einem anderen Kontext gezeigt.
Das Ergebnis war eindeutig: Die Testpersonen bewerteten die Emotionen der Hunde fast ausschließlich anhand der Situation – nicht anhand der tatsächlichen Körpersprache.
Typische Fehlannahmen in der Hundekommunikation:
• Kontextfehler: „Leckerli = Freude“, obwohl der Hund Stresssignale zeigt
• Vermenschlichung: Menschliche Emotionen werden auf den Hund übertragen
• Ignorieren von Körpersignalen: Körpersprache wird weniger beachtet als die Situation
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Warum das für Hundehalter wichtig ist – Erfahrungen aus der Tierarztpraxis in Stuttgart
In unserer Praxis Dr. Andrianaly in Stuttgart beobachten wir häufig, dass frühe Stress- oder Beschwichtigungssignale übersehen werden. Dazu gehören unter anderem:
• Gähnen oder häufiges Naselecken
• Kopf abwenden oder Blickkontakt vermeiden
• angespannte Körperhaltung oder Zittern
• starkes Hecheln ohne körperliche Anstrengung
Werden diese Signale nicht erkannt, kann sich chronischer Stress entwickeln. Dieser steht im Zusammenhang mit:
• Verhaltensproblemen (z. B. Angst, Aggression, Unruhe)
• Magen-Darm-Beschwerden
• Hautproblemen und Immunschwäche
• gestörter Mensch-Hund-Beziehung
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So lernen Sie, Ihren Hund besser zu verstehen – Tipps vom Tierarzt
1. Körpersprache bewusst beobachten
Achten Sie auf Haltung, Muskelspannung, Ohren- und Rutenstellung sowie Blickrichtung – unabhängig von der Situation.
2. Stresssignale ernst nehmen
Schon subtile Signale zeigen, dass sich Ihr Hund unwohl fühlt oder überfordert ist.
3. Eigene Erwartungen hinterfragen
Fragen Sie sich: Beobachte ich objektiv oder interpretiere ich menschliche Gefühle in meinen Hund hinein?
4. Fachliche Unterstützung nutzen
Eine Beratung beim Tierarzt oder bei verhaltenstherapeutisch geschultem Fachpersonal kann helfen, Unsicherheiten richtig einzuordnen und problematisches Verhalten frühzeitig zu erkennen.
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Fazit: Bessere Kommunikation bedeutet mehr Wohlbefinden für Ihren Hund
Eine gute Mensch-Hund-Kommunikation basiert nicht auf Annahmen, sondern auf fundiertem Wissen über hündische Körpersprache.
Wer lernt, subtile Signale zu erkennen und eigene Projektionen zu vermeiden, stärkt die Bindung zu seinem Hund und trägt aktiv zu dessen Gesundheit und Lebensqualität bei.
Als Tierarztpraxis in Stuttgart unterstützen wir Sie gerne dabei, das Verhalten Ihres Hundes besser zu verstehen und individuell zu beurteilen.
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Weiterführende Informationen
• Mehr zur Körpersprache von Hunden finden Sie in unserem Ratgeberbereich auf tierarztstuttgart.de
• Weitere Tipps zur Hundepflege und Gesundheit lesen Sie in unserem Blogartikel: Hund baden – Tipps vom Tierarzt in Stuttgart