
Haustiere: Darf der Hund mit ins Bett? Was das für den Schlaf bedeutet
Tierarzt Stuttgart – Tipps für ein gesundes Zusammenleben mit Hund und Haustier
Für viele Hundebesitzer gehört der Vierbeiner ganz selbstverständlich zur Familie – und manchmal auch ins eigene Bett. Doch kann ein Hund, der nachts neben seinem Menschen schläft, die Schlafqualität beeinträchtigen? Eine kleine wissenschaftliche Untersuchung aus Kanada kommt zu einem interessanten Ergebnis: Das gemeinsame Schlafen mit dem Hund scheint die objektiv gemessene Schlafqualität des Menschen nicht wesentlich zu verschlechtern.
Für Hundehalter in Stuttgart und Umgebung ist die Frage durchaus relevant. Denn gerade bei einer engen Mensch-Tier-Beziehung möchten viele wissen, ob das gemeinsame Schlafen für Hund und Halter tatsächlich unproblematisch ist.
Hunde schlafen gerne in der Nähe ihrer Menschen
Hunde sind soziale Tiere und suchen häufig die Nähe ihrer Bezugspersonen. Auch unter Artgenossen schlafen Hunde bevorzugt eng beieinander. Dieses Verhalten hat vermutlich evolutionäre Gründe: In einer Gruppe kann die Aufmerksamkeit mehrerer Tiere dazu beitragen, Gefahren schneller wahrzunehmen. Gleichzeitig kann körperliche Nähe dabei helfen, Wärme zu halten.
Dass ein Hund nachts die Nähe seines Menschen sucht, ist daher grundsätzlich kein ungewöhnliches Verhalten. Ob der Hund dabei auf dem eigenen Platz, im Körbchen oder im Bett schläft, hängt letztlich von den Gewohnheiten des Halters und vom individuellen Tier ab.
Studie untersucht Schlaf von Mensch und Hund
Forschende der University of Toronto untersuchten den Schlaf von 25 Menschen und insgesamt 38 Hunden. Bei den Hunden handelte es sich unter anderem um Huskys und Malamuts im Alter von zwei bis zwölf Jahren.
Über mehrere Wochen wurden die nächtlichen Aktivitäten mithilfe von Bewegungsmessern aufgezeichnet. Die Menschen trugen die Geräte am Handgelenk, die Hunde am Halsband. Zusätzlich machten die Hundebesitzer Angaben dazu, wie sie ihre eigene Schlafqualität empfanden.
Das Ergebnis: Ob ein Hund mit im Bett schlief, hatte auf die gemessene Schlafdauer und Schlafqualität der Menschen keinen deutlichen Einfluss.
Interessant war dabei ein Unterschied zwischen objektiven Messwerten und subjektivem Empfinden. Einige Teilnehmer hatten das Gefühl, dass ihr Hund sie nachts störe. Die gemessenen Schlafdaten bestätigten diese Wahrnehmung jedoch nicht eindeutig.
Hund im Bett: Das Sicherheitsgefühl könnte eine Rolle spielen
Eine mögliche Erklärung sehen die Forschenden im Sicherheitsgefühl. Die Mehrheit der Teilnehmer gab an, sich mit ihrem Hund in der Nähe nachts sicherer zu fühlen.
Dieses Gefühl von Sicherheit könnte möglicherweise dazu beitragen, entspannter zu schlafen. Gerade für Menschen, die sich durch die Anwesenheit ihres Hundes beruhigt fühlen, kann die Nähe des Tieres daher einen positiven psychologischen Effekt haben.
Allerdings sollte das Ergebnis nicht verallgemeinert werden. Jeder Hund und jeder Mensch schläft anders.
Stören Menschen ihre Hunde nachts sogar stärker?
Die Untersuchung liefert noch einen weiteren interessanten Hinweis: Die nächtlichen Bewegungen von Mensch und Hund waren häufig miteinander verbunden.
Dabei bewegten sich die Menschen in vielen Fällen früher als ihre Hunde. Die Forschenden vermuten deshalb, dass die menschliche Aktivität den Schlaf des Hundes möglicherweise stärker beeinflusst als umgekehrt.
Das zeigt: Wenn ein Hund nachts unruhig ist, muss nicht automatisch das Tier der Auslöser sein. Auch Bewegungen, Geräusche oder Veränderungen im Schlaf des Menschen können dazu führen, dass der Hund aufwacht.
Gemeinsames Schlafen ist nicht automatisch problematisch
Aus tiermedizinischer Sicht gibt es keinen pauschalen Grund, jedem Hund das Schlafen im Bett zu verbieten. Entscheidend sind vielmehr die individuellen Umstände.
Wichtig ist beispielsweise:
* Schläft der Hund ausreichend und wirkt er tagsüber ausgeglichen?
* Hat der Hund einen eigenen, ruhigen Schlafplatz?
* Gibt es hygienische oder gesundheitliche Gründe, die gegen das Schlafen im Bett sprechen?
* Wird der Schlaf des Menschen tatsächlich gestört?
* Zeigt der Hund nachts Unruhe, Schmerzen oder ungewöhnliches Verhalten?
Gerade wenn sich das Schlafverhalten eines Hundes plötzlich verändert, kann eine tierärztliche Untersuchung sinnvoll sein. Schmerzen, Juckreiz, altersbedingte Veränderungen oder andere gesundheitliche Probleme können beispielsweise dazu führen, dass ein Hund nachts häufiger aufwacht.
Kleine Studie – deshalb sind weitere Untersuchungen nötig
Die Ergebnisse sind interessant, sollten aber mit Vorsicht interpretiert werden. Die Untersuchung umfasste nur eine relativ kleine Gruppe von Menschen und Hunden. Außerdem gab es keine Kontrollgruppe von Menschen, die grundsätzlich ohne Hund schliefen. Direkte Beobachtungen des nächtlichen Verhaltens fanden ebenfalls nicht statt.
Die Studie liefert deshalb vor allem einen Hinweis darauf, dass ein Hund im Bett nicht zwangsläufig zu schlechterem Schlaf führen muss.
Ob das gemeinsame Schlafzimmer oder Bett für Mensch und Tier sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Situation ab.
Fazit vom Tierarzt in Stuttgart
Ob der Hund mit ins Bett darf, ist letztlich eine individuelle Entscheidung. Für gesunde Hunde und ihre Halter ist das gemeinsame Schlafen nicht automatisch ein Problem. Die bisherige Untersuchung deutet sogar darauf hin, dass sich die objektiv gemessene Schlafqualität des Menschen dadurch nicht wesentlich verschlechtert.
Wichtig ist, auf das Verhalten und die Gesundheit des Hundes zu achten. Wenn Ihr Hund plötzlich schlecht schläft, nachts häufig aufsteht, unruhig wird oder sein Verhalten verändert, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Sie haben Fragen zur Gesundheit, Ernährung oder zum Verhalten Ihres Hundes? Ihre Tierarztpraxis in Stuttgart berät Sie gerne individuell zu Ihrem Haustier.
Weiterführende Links:
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oder lesen Sie hier weiter:
Hundesteuer und Futterpreise: Kosten für Haustiere bleiben hoch (tierarztstuttgart.de)
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