
Fünf Gründe, warum Ihr Hund Sie abschleckt – erklärt vom Tierarzt Stuttgart – Dr. Andrianaly
Viele Hundebesitzer kennen die Situation: Kaum kommt man nach Hause, wird man freudig von seinem Vierbeiner abgeschleckt. Während die einen diese Geste als liebevollen Empfang genießen, empfinden andere sie als unangenehm. Doch warum lecken Hunde ihre Menschen überhaupt ab?
Als Tierarzt Stuttgart – Dr. Andrianaly werden wir häufig gefragt, ob dieses Verhalten normal ist oder ob dahinter gesundheitliche oder verhaltensbedingte Ursachen stecken. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen ist das Abschlecken ein völlig natürliches Kommunikationsmittel Ihres Hundes.
Warum lecken Hunde Menschen ab?
Die Zunge eines Hundes dient nicht nur zum Trinken, Fressen oder zur Fellpflege. Sie ist auch ein wichtiges Mittel der sozialen Kommunikation. Bereits kurz nach der Geburt werden Welpen von ihrer Mutter intensiv abgeleckt. Dadurch werden sie getrocknet, ihr Kreislauf angeregt und gleichzeitig die Bindung zwischen Mutter und Jungtier gestärkt.
Auch später bleibt das Lecken ein wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens. Hunde übertragen dieses natürliche Verhalten auf ihre menschlichen Familienmitglieder und drücken damit unterschiedliche Botschaften aus.
1. Ihr Hund zeigt Zuneigung und Freude
Der häufigste Grund für das Abschlecken ist echte Zuneigung. Begrüßt Ihr Hund Sie nach einem langen Arbeitstag mit einem freudigen Schwanzwedeln und vielen Küsschen, möchte er Ihnen schlicht sagen:
„Ich freue mich, dass du wieder da bist.“
Das Lecken von Händen oder Armen gehört für viele Hunde zu einer liebevollen Begrüßung und stärkt die Bindung zwischen Mensch und Tier.
2. Ihr Hund möchte Sie „pflegen“
Viele Menschen verbinden Fellpflege eher mit Katzen. Tatsächlich reinigen auch Hunde ihr Fell und ihre Pfoten regelmäßig mit der Zunge.
Innerhalb eines Rudels pflegen sich Hunde gegenseitig, insbesondere Gesicht und Ohren. Dieses Verhalten übertragen sie häufig auf ihre Bezugspersonen. Das Abschlecken bedeutet dann:
- Vertrauen
- Zusammengehörigkeit
- Fürsorge
Aus Sicht Ihres Hundes gehören Sie fest zu seinem Rudel.
3. Ihr Hund möchte beschwichtigen
Lecken kann auch eine beruhigende Geste sein.
Fühlt sich ein Hund unsicher oder bemerkt er, dass sein Mensch gestresst, laut oder verärgert ist, versucht er häufig durch Ablecken die Situation zu entspannen. Dieses Verhalten stammt aus dem natürlichen Sozialverhalten von Wölfen und Hunden.
Dabei signalisiert Ihr Hund:
- „Ich komme in Frieden.“
- „Bitte sei nicht böse.“
- „Alles ist gut.“
Gerade sensible Hunde zeigen dieses Verhalten besonders häufig.
4. Ihr Hund möchte Aufmerksamkeit oder spielen
Manche Hunde haben schnell gelernt, dass Abschlecken zuverlässig Aufmerksamkeit bringt.
Reagiert der Mensch jedes Mal mit Streicheln, Spielen oder sogar einem Leckerli, verknüpft der Hund dieses Verhalten positiv und setzt es künftig gezielt ein.
Fragen Sie sich deshalb:
- Hat mein Hund gerade Langeweile?
- Möchte er spielen?
- Braucht er Beschäftigung?
In vielen Fällen lautet die Antwort: Ja.
5. Ihr Hund möchte eine Verletzung versorgen
Hunde lecken instinktiv ihre eigenen kleinen Verletzungen ab. Der Speichel enthält bestimmte Enzyme, die Schmutz entfernen und Bakterien teilweise hemmen können.
Entdeckt Ihr Hund eine kleine Verletzung an Ihrem Körper, versucht er häufig ebenfalls, diese durch Ablecken zu “versorgen”. Das ist gut gemeint, sollte jedoch nicht zugelassen werden.
Wichtig: Hundespeichel ist nicht steril. Durch das Ablecken offener Wunden können Bakterien oder Parasiten übertragen werden. Offene Verletzungen sollten deshalb immer sauber verbunden und nicht vom Hund abgeschleckt werden.
Ist das Abschlecken gesundheitlich bedenklich?
Grundsätzlich ist gelegentliches Abschlecken gesunder Haut für die meisten Menschen unproblematisch.
Dennoch empfiehlt Tierarzt Stuttgart – Dr. Andrianaly, einige Hygieneregeln einzuhalten:
- Gesicht und Schleimhäute möglichst nicht ablecken lassen.
- Offene Wunden schützen.
- Nach intensivem Kontakt die Hände gründlich waschen.
- Besonders bei Kindern, älteren Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem auf gute Hygiene achten.
Sollte man dem Hund das Abschlecken verbieten?
Ein vollständiges Verbot ist meist weder notwendig noch sinnvoll.
Das Lecken ist ein wichtiger Bestandteil der Hundekommunikation und Ausdruck von Vertrauen. Statt das Verhalten komplett zu unterdrücken, empfiehlt es sich, klare Grenzen zu setzen.
Beispielsweise können Sie Ihrem Hund beibringen:
- Hände statt Gesicht abzulecken.
- Nach einer kurzen Begrüßung auf ein anderes Signal umzuschalten.
- Aufmerksamkeit auch auf andere Weise zu erhalten.
So bleiben sowohl die Bindung als auch die Hygiene gewahrt.
Wann sollte ein Tierarzt das Verhalten untersuchen?
Verändert sich das Leckverhalten plötzlich oder wird es zwanghaft, kann dies auf gesundheitliche Probleme hinweisen. Dazu gehören unter anderem:
- Schmerzen
- Allergien
- Hauterkrankungen
- Magen-Darm-Beschwerden
- Stress oder Angst
- Verhaltensauffälligkeiten
Wenn Ihr Hund sich selbst oder andere ungewöhnlich häufig oder zwanghaft ableckt, empfiehlt sich eine tierärztliche Untersuchung.
Tierarzt Stuttgart – Dr. Andrianaly hilft Ihnen gerne weiter
Ob Verhaltensauffälligkeiten, Hautprobleme oder Fragen zur Hundegesundheit – in unserer Praxis nehmen wir uns Zeit für eine gründliche Untersuchung und individuelle Beratung.
Als Tierarzt Stuttgart – Dr. Andrianaly unterstützen wir Sie dabei, das Verhalten Ihres Hundes richtig zu verstehen und mögliche gesundheitliche Ursachen frühzeitig zu erkennen. Vereinbaren Sie gerne einen Termin – wir sind für Sie und Ihren Vierbeiner da.
Weiterführende Links:
Warum leckt mein Hund mich ab? Bedeutung, Tipps, Gefahren (zooplus.de)
oder lesen Sie hier weiter:
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